Neues zur DKP-Militärorganisation “Gruppe Ralf Forster”
05.07.09
Aktion Störtebeker: Partisanen im Westen
Klaus Scheld veröffentlicht Politthriller zum 20. Jahrestag der Wende
Immer wieder werden auch noch heute – 20 Jahre nach dem Fall der Mauer – aus den Archiven der Birthler-Behörde überraschende Aktenfunde gemeldet. So auch zur Militärorganisation der westdeutschen Kommunisten, deren Ausbildung in der DDR stattfand. Ende Dezember 1989 wurde erstmals enthüllt, dass mehrere hundert dieser Partisanen über die Jahre am Springsee in Brandenburg militärisch gedrillt worden sind. Inzwischen kamen immer wieder neue Erkenntnisse zu dieser „Gruppe Ralf Forster“ ans Tageslicht. Die jüngste Enthüllung stammt allerdings nicht aus den Aktenschränken der Stasiunterlagenbehörde, sondern kommt getarnt als harmloser Regionalkrimi daher.
In seinem Krimi-Debüt „Aktion Störtebeker“ hat der Autor Klaus Scheld ein gespenstisches Szenario in eine der schönsten deutschen Landschaften verlegt. Mitten im Wahlkreis der deutschen Bundeskanzlerin soll von Terroristen das jüngste Wahrzeichen der größten deutschen Ostsee-Insel – die neue Rügenbrücke – in Schutt und Asche gelegt werden. Für Kommissar Kurt Bratfisch von der Kripo in Stralsund beginnt ein dramatischer Wettlauf mit der Zeit. Gleichzeitig muss er zusammen mit seiner Kollegin Mandy Thi Pham auch noch einen Mordfall aufklären.
Bei dem Toten, der am Strand von Göhren auf Rügen gefunden wurde, handelt es sich um Helmut Melz, der als Ausbilder von ausländischen Partisanen an der Offiziershochschule der Nationalen Volksarmee der DDR in Prora tätig war. Die beiden Kriminalisten suchen zunächst im privaten Umfeld des Ermordeten nach dem Täter, stoßen aber schnell auf Spuren aus dessen geheimer DDR-Vergangenheit. Als sie die Verbindung zwischen dem Mord und dem geplanten Terroranschlag auf die Rügenbrücke entdecken, gerät auch die „Gruppe Ralf Forster“ ins Visier der Nachforschungen.
Greifen ehemalige Mitglieder der DKP-Militärorganisation im Vorfeld der Bundestagswahl 2009 tatsächlich wieder zu versteckten Waffen und Sprengstoff, um ihre politischen Ziele mit Gewalt durchzusetzen? Und kann es sein, dass es in der DDR neben dem Camp am Springsee noch eine zweite, bisher unentdeckte Ausbildungsbasis für die Untergrundkämpfer gab?
Klaus Scheld verbindet in „Aktion Störtebeker“ Elemente eines Regionalkrimis, der auf Rügen spielt, mit einer brandaktuellen Thrillerhandlung und dem Ausflug in die DDR-Vergangenheit. Dabei stellt er auch die Biographien der Führungskräfte der DKP-Militärorganisation vor – von Harry Schmitt, dessen Tarnname „Ralf Forster“ war, über den Chefausbilder Günter Wegehaupt bis zu den Mitgliedern des Militärrats Ernst Haberland, Rudolf Fey und Horst Bäsche. Auf einer zweiten Erzählebene erhalten die Leser in einer Rückblende Einblicke in die Denkweise von Mitgliedern einer solchen Organisation, die in einem Trainingscamp zum Töten ausgebildet werden. Was bewegt diese Menschen, erhebliche Strapazen auf sich zu nehmen. Und was empfinden sie, wenn wegen einer vermeintlich „heiligen Sache“ das Leben unschuldiger Mensch aufs Spiel gesetzt wird? Der Roman, dessen Handlung frei erfunden ist, entschuldigt nicht die Handlungen der Attentäter. Aber er versucht, deren Denkweise und Gefühle nachvollziehbar zu erklären.
Klaus Scheld (54), der als Wolfgang Müller in Hessen geboren wurde und als freier Journalist arbeitet, hat für sein Krimi-Debüt umfassend in den Archiven recherchiert und dabei manch neue Tatsache ans Tageslicht geholt. Das gilt auch für sein Pseudonym, dessen Namen er von einem heute weithin unbekannten Wegbegleiter Klaus Störtebekers übernommen hat. Die Entstehung des Politthrillers wird seit vergangenem Jahr im Online-Arbeitsjournal www.aktion-stoertebeker.de begleitet. Und auch der fiktive Kommissar Bratfisch hat seit einigen Wochen unter http://linkeblogs.de/stoerti ein eigenes Weblog, in dem er aus der Polizeiarbeit berichtet.
Titelinformation:
Klaus Scheld: Aktion Störtebeker, BOD, Paperback, 200 Seiten, ISBN 978-3-83911-524-4 13,90 €
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